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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 23. Nov 2009 05:13 
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Bronzenes Mitglied
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da hast du völlig recht.

die gepflasterten gassen auf den obigen fotos waren vorher asphaltiert. hier wurde eine deutliche aufwertung erreicht.
angesichts solcher beispiele kommt natürlich die frage auf, wieso eigentlich immer noch geld in den osten fliessen muss. doch diese frage ist leicht beantwortet:
was neu gebaut oder frisch saniert wurde, ist selbstverständlich in einem besseren zustand als vergleichbares im westen, wenn es schon 20, 30 oder gar 40 jahre alt ist. infrastruktur (wie brücken, kanalisation, etc), die noch nicht erneuert wurde, war jedoch zumeist seit inzwischen über 70 jahren sich selbst überlassen. am beispiel dresden konkretisiert: der frisch gepflasterte neumarkt macht die dringend notwendige sanierung des blauen wunders nicht überflüssig. auch wenn sie dann noch schöner im vergleich zu einer dann noch angeschmuddelteren rheinbrücke aus den 60ern aussehen wird.

nebenbei bemerkt: strassen- und platzgestaltungen in der alten brd waren seinerzeit ja keine billiglösungen. im gegenteil. die berüchtigten bepflanzten betonkübel statt bäumen, betonbrüstungen statt geländern und gehwege aus betonstein waren teuer und - wie sich inzwischen herausstellt - kein nachhaltiger beitrag zur stadtraumgestaltung. die "luxus-umgestaltungen" im osten liegen auch in der einsicht begründet, fehler der vergangenheit nicht zu wiederholen. besser einmal pflastern und pflanzen als aller 30 jahre schmuddel-look beseitigen.
diese logik setzt sich zum glück überall durch. in bonn wurde und wird die fussgängerzone samt angrenzender bereiche in diesem sinne saniert. selbst essen hat den burgplatz neu gestaltet. beispiele aus hannover kennst du sicher am besten. vergleiche diese stadt mit ihrem antlitz von vor 20 jahren und du wirst feststellen, wie viel sich seit dem auch in hannover gebessert hat.
abschliessend eine provokante these: bestimmt verzögern die transferleistungen für den stadtumbau ost so manches projekt im westen. aber andererseits sind dessen anschauliche erfolge vielleicht auch mit ein grund dafür, dass heute die ergebnisse des wiederaufbaus in der brd überhaupt kritisch hinterfragt werden. zumindest von denen, die nicht nur schlaglöcher zählen, sondern die sich in den innenstädten wohlfühlen wollen. wenn dem so ist und (wie vielleicht in frankfurt) konsequenzen folgen, hat der stadtumbau ost indirekt auch auf westdeutsche kommunen einen positiven einfluss - zum wohle unserer städte.


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 Betreff des Beitrags: Ein paar unkommentierte Eindrücke vom 28.12.09
BeitragVerfasst: 2. Jan 2010 12:56 
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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 2. Jan 2010 20:09 
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Ein paar Kommentare wären für Leipzignichtkenner jedoch ganz nützlich. Wo kreuchen wir da umadum? Was war das für eine Kirche auf dem vorletzten Bild?


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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 2. Jan 2010 22:06 
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Entschuldigung, ich bin sonst auch immer gern für Erläuterungen zu haben, aber manchmal habe ich das Bedürfnis, nur die Bilder sprechen zu lassen.

Die Bilder sind in der westlichen Innenstadt und in der Westvorstadt geknipst wurden.

Bild 1: Lessingstraße mit typischer Gründerzeitbebauung von Ende 19.Jh
Bild 2: Innere Jahnallee
Bild 3: östliches Kirchenschiff/Altarraum der Thomaskirche und gegenüber angeschnitten nördliche Häuserzeile der Thomasgasse
Bild 4: Blick vom 1. Stock des Hugendubelhauses in den Thomaskirchhof mit Bachdenkmal und Superintendentur, rechts angeschnitten zu sehen die Thomaskirche.
Bild 5: Ecksituation Leibnizstraße/Lessingstraße
Bild 6: Innere Jahnallee mit unsaniertem spätklassizistischem Wohnhaus (so um 1860 rum entstanden) zur Lessingstraße. Davor ein Wohngebäude (Sparkasse) mit neogotischem Zierrat, das vmtl. ebenfalls noch vor 1870 errichtet wurde.
Bild 7: Blick durch die Leibnizstraße bis zur Gottschedstraße. Die linke Häuserzeile ist vermutlich spätgründerzeitlich um 1910, die Häuserzeile in der Gottschedstraße ist um 1885 entstanden


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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 29. Mär 2010 10:43 
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Das Grassimuseum habe ich äußerlich u.a. hier bereits vorgestellt. Im Januar dieses Jahres wurde nun die historische Pfeilerhalle im Art-Déco-Stil, eine originalgetreue Rekonstruktion, in der jetzt das Museum für angewandte Kunst beheimatet ist, feierlich eröffnet. Hört dazu bitte die Direktorin des Grassimuseums in diesem Videobeitrag.


Folgend ein paar Bilder der rekonstruierten Pfeilerhalle von 1929.
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Urheber: Andreas Schmidt
Quelle: ltm-leipzig.de
Die Leipziger Touristik und Marketing GmbH gab mir via Email die Erlaubnis zum Einbinden der Bilder unter Nennung von Urheber und Quelle. Vielen Dank.





Knapp 20 Jahre später, 1957, eröffnete das Schauspielhaus zu Leipzig, das aus dem ehemaligen Centraltheater (im Krieg stark beschädigt, später abgerissen) hervorging. Auch dazu hatte ich schon Bilder gezeigt (hier in der Westbesuch-Galerie). Nach größeren Sanierungs- und Umbaumaßnahmen heißt es heute wieder Centraltheater.

Folgend hierzu auch ein paar Fotos von den Räumlichkeiten. Tja, wie nennt man diesen Stil eigentlich? Zuckerbäckerstil, DDR-Neoklassizismus. Zumindest ist der russische, leicht kitschige Einfluss unverkennbar. Ich glaube, so ähnlich sehen auch Eingangsbereiche der Moskauer Metro aus.
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Eigene Fotos
Moderationshinweis (Aedificium):
APH-Galerien Links hinzugefügt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 29. Mär 2010 20:24 
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Schöne Bilder.
Zeigen aber unweigerlich den Architekturverfall nach 1930.
Die neue Oper erinnert unweigerlich an den Wiener Wiederaufbau, der ebenfalls von 'staatstragender Schlichtheit' war.
Immerhin noch viel besser als alles, was in der BRD so fabriziert wurde.


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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 8. Apr 2010 18:53 
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^ Schauspielhaus/Centraltheater ungleich Oper, lieber Ursus. Auch wenn beide nach dem 2. Weltkrieg gebaut wurden...


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 Betreff des Beitrags: Re: Leipzig - Impressionen
BeitragVerfasst: 13. Mai 2010 15:57 
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Sonntagnachmittag in der Innenstadt

Grimmaische Straße in Höhe der Unzeitgemäßen Zeitgenossen

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Grimmaische Straße Höhe Uni-Campus
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Grimmaische Straße Höhe Kaufhof
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Grimmaische Straße Höhe Handelshof (da war's allerdings Freitag vormittag)
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Bach in Leipzig, Thomaskirchhof
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Springbrunnen vorm Haus Marquette
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Barfußgässchen
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Nikolaikirchhof
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Augustusplatz
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Und noch eine Klassiker-Ansicht aus dem Süden der Stadt
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Bilder: Cowboy


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 Betreff des Beitrags: Re: Leipzig - Impressionen
BeitragVerfasst: 15. Mai 2010 14:00 
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Schöne Eindrücke!

Deine Bilder werden wie immer sehr geschätzt!


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 Betreff des Beitrags: Re: Leipzig - Impressionen
BeitragVerfasst: 15. Mai 2010 18:46 
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Man muss sagen, dass Leipzig in summa sehr viel Glück gehabt hat. Eine mit immer noch einer hinreichenden Zahl von Altbauten durchzogene Innenstadt findet man im wirklich groß- (oder besser welt-)städtischen Bereich D.s sonst nicht mehr.
Ich habe Leipzig auch in natura als recht ansprechend empfunden - kein Vergleich zur Tristesse Dresdens (außerhalb des Elbuferbereichs), Münchens, Hamburgs, Nürnbergs Frankfurts oder Kölns.


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 Betreff des Beitrags: Re: Leipzig - Impressionen
BeitragVerfasst: 15. Mai 2010 19:37 
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Beiträge: 131
ursus carpaticus hat geschrieben:
kein Vergleich zur Tristesse Dresdens (außerhalb des Elbuferbereichs), Münchens, Hamburgs, Nürnbergs Frankfurts oder Kölns.


Ursus, again too harsh verdicts... Or possibly the german over-self-criticism is on a guest
appearance in Vienna? :zwinkern:

I have never visited Dresden, but the Neumarkt area project, which is still ongoing, and the still
existing historical parts of the Neustadt can not be underrated! I don't think that Dresden deservs
the word "Tristesse".

The same for Munich which has quite many Prachtstrassen, and Cologne with its reconstructed small Altstadt, the churches and the unique Rhein-panorama.

Sometimes one can get the impression from reading comments in this forum that all german large cities are like
Ludwigshafen.... :schockiert:


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 Betreff des Beitrags: Re: Leipzig - Impressionen
BeitragVerfasst: 15. Mai 2010 22:27 
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Once there was a time that Vienna has been regarded as a German capital. Therefore it's not exceptional to find some kind of (German) over-self-criticism in this city!

I share your point of view that the carpatian bear is way to harsh with his evaluations concerning German big cities especially with Munich and Dresden. Perhaps he should go for a trip to Ludwigshafen or Pforzheim to see what's possible in a really bad way.

But as this thread is about the city of Leipzig I'd like to point out the following: Leipzig rules!

Good night ;)


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