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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 16. Nov 2009 11:03 
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Reikianer weiß wohl selbst nicht, was er meint.

Ansonsten, nach so viel Kommerz aus der Innenstadt, mal ein paar Bilder aus Connewitz. Zählten die sog. konsolidierten Stadtteile rund ums Zentrum zu jenen, die in den letzten Jahren am meisten vom Zuzug profitierten, waren es letztes Jahr die ehemaligen Arbeiterviertel Plagwitz und Connewitz. Ein Indiz dafür, dass es rund ums Zentrum langsam eng und Wohnraum knapp wird.

Connewitz verzeichnete 2008 einen Zuzug von rund 3 Prozent, im Leipziger Schnitt waren's nur 1 Prozent. Das ist viel, vor allem, wenn man bedenkt, dass dieser Stadtteil weit vom Zentrum entfernt liegt, die Bebauung im Vergleich zu den zentrumsnahen Wohnvierteln einfach ist und Connewitz außerdem als Rückzugsraum von ANTIFA und Autonomen gilt - es quasi dort sehr politisch und leider oft auch gewaltbereit zugeht. Rund ums Connewitzer Kreuz gehen z.B. regelmäßig Scheiben bei gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei zu bruch. An Silvester, Leipzigs 1. Mai, werden deshalb schon mal vorsorglich die Fensterscheiben der Läden am Kreuz und in der Bornaischen Straße vernagelt.


Ein paar Schnappschüsse aus Connewitz:

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An der Bornaischen Straße, der Geschäftsstraße des Viertels, ist die Bebauung ein wenig schmuckvoller.
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Dieses Hinterhaus an der Bornaischen Straße ist das Zorro: Jugendtreff, Werkstatt, Veranstaltungsort und - man glaubt es kaum - Wohnhaus in einem.
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Graffiti
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Wohnhausrückseite. Man bewundere das dezente Abluftrohr.
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Schöne Art-Déco-Wohnanlage von 1927 in der Bornaischen Straße/Ecke Hildebrandstraße. Nach jahrelangem Leerstand und Verfall, erwacht sie jetzt zu neuem Leben. Architekt seinerzeit war Georg Wünschmann, der vor dem 1. Weltkrieg einige interessante Jugendstilgebäude entworfen hat.
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Und noch einen Aufreger zum Schluss. Die neue Hochschulbibliothek sowie das Medienzentrum der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in der Karl-Liebknecht-Straße ist fertiggestellt worden.
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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 16. Nov 2009 22:35 
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Schöne Fotos. War gerade in der Neustadt - Vergleich spare ich mir. :D


@Helmut

Auf den Fotos war immer der Stadtrand zu sehen, wie auch spacecowboy erläuterte, mehr habe ich gar nicht sagen wollen. :lachen:







Zur Marktgalerie hat ursus carpaticus ja schon alles gesagt und um Entschuldigung gebeten.

Im Übrigen zitiere ich doch nur die Sächsische Zeitung aus Dresden!


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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 17. Nov 2009 04:34 
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ich kann reikianer nur zustimmen.
leipzig ist tatsächlich eine kleine, grosse stadt, die sich mit kaum einer anderen vergleichen lässst. auch ich freue mich, wenn ich bilder aus connewitz sehe. urbanität fernab von touri-trampelpfaden - wo gibt es das sonst im osten?

spacecowboys fotos vom city-hochhaus zeigen aber noch mehr:
nicht nur die tausenden gründerzeitler machen den reiz der stadt aus. auch die seen, parks und wälder, die in den letzten 20 jahren aus den tagebau-mondlandschaften entstanden sind, gehören inzwischen wie selbstverständlich dazu. vor 10 jahren wurde der cospudener see noch geflutet. bald schon wird der dreimal grössere zwenkauer see wirklichkeit sein. es ist faszinierend, diese entwicklung vom city-hochhaus verfolgen zu können. von dort sieht man auch, dass nach der wende nicht nur saniert, rekonstruiert und neu gebaut wurde, sondern dabei glücklicherweise dem stadtbild neue akzente verliehen wurden. ob messe, stadion oder gerade das gondwanaland - die projekte reichen weit über das niveau üblicher zweckbauten hinaus. noch erfreulicher ist, dass die innenstadt von nachhaltiger stadtplanung profitieren wird. die neue uni, der city-tunnel und das entstehende museumsviertel sind vorbildliche beispiele dafür.

alles in allem: ohne wiedervereinigung wäre das alles nichts geworden. aber auch als nicht-leipziger kann man froh darüber sein, dass die fördergelder in dieser kleinen, überschaubaren stadt sinnvoll investiert werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 17. Nov 2009 08:51 
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rakete hat geschrieben:
aber auch als nicht-leipziger kann man froh darüber sein, dass die fördergelder in dieser kleinen, überschaubaren stadt sinnvoll investiert werden.

Nun, das ist natürlich vor allem eine Frage der Perspektive. Von Berlin, Hamburg oder auch von München aus betrachtet, wirkt Leipzig wohl tatsächlich überschaubar. Aber neben diesen drei Millionenstädten, fällt mir jetzt keine weitere deutsche Stadt ein, neben der Leipzig unbedingt klein und überschaubar wirken würde.

Zitat:
urbanität fernab von touri-trampelpfaden

Eben, (mein) Leipzig lob ich mir!
Es ist nun gerade diese Urbanität, manifestiert u.a in Straßenzügen wie der Karl-Liebknecht- oder der August-Bebel-Straße etc., welche mich schon bei meinem ersten Leipzig-Besuch 1995 faszinierte.

Zitat:
- wo gibt es das sonst im osten?

Und wo im Westen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 17. Nov 2009 12:40 
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Bitte, Leute, sollten all diese Staedtevergleichs- und Bewertungsbemuehungen irgend jemandem nuetzen?

Dem Cowboy jedoch herzlichen Dank fuer seine Bilder. :daumenoben:

Moderationshinweis (Schloßgespenst):

Und da freundliches Bitten und ausdrückliches Ermahnen offenbar nicht helfen, sind die drei letzten Beiträge nun im Keller. Dort könnt Ihr über Görlitz, Freiburg, Buxtehude und Castrop-Rauxel reden - hier nur über Leipzig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 17. Nov 2009 21:48 
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Zum Genießen (aus der Begründung für den Leipziger Literaturpreis für das oben gezeigte HTWK-Gebäude):
Zitat:
In Ergänzung des HTWK-Campus entstanden an der Karl-Liebknecht-Straße/Ecke Gustav-Freytag-Straße eine Hochschulbibliothek und ein Bau für die Fakultät Medien. Den Architekten Léon Wohlhage Wernik gelingt es, das neue Ensemble als wichtiges Bindeglied zwischen den Solitärbauten der Hochschule und der städtischen Blockrandbebauung einzufügen. Der Bibliotheks-Baukörper akzentuiert als markanter Quader die Ecksituation an der Nord-Süd-Magistrale. Die spannungsvolle Aussparung seiner zwei unteren Etagen gibt den Blick frei auf das zurück gestaffelte neue Medienzentrum und die anschließenden Hochschulbauten der Gustav-Freytag-Straße. Zugleich entsteht ein Außenraumfoyer, das die Bibliotheksbesucher mit einladender Geste empfängt und konsequent ins Innere weiter führt. Die ganz in Weiß gestalteten Baukörper überzeugen in ihrer skulpturalen Volumenausbildung und ihrer präzisen Fassadengestaltung sowohl im stadträumlichen Maßstab als auch in der Innenraumwirkung. Die Anordnung von Panoramafenstern greift urbane Motive auf und lässt zugleich im Innern verschiedene „Lese-Loggien“ entstehen mit inszenierten Ausblicken zum umgebenden Stadtquartier. Die Räume leben vom Wechsel zwischen großzügigen Öffnungen und klaren Fassungen – Helligkeit und Ausblicke einerseits sowie Ruhe und Rückzugsorte andererseits bilden das adäquate Raumangebot für die Bibliotheksnutzer. Zur Orientierung sind die „Lese-Loggien“ sowohl in ihren Proportionen und Gliederungen als auch farblich differenziert gestaltet. Diese Farbräume erscheinen durch die weißen Fassaden passepartout-ähnlich eingefasst und verleihen dem Gebäude eine lebendige Außenwirkung,insbesondere in der beleuchteten Nachtsituation. Den Architekten ist es gelungen, aus kompakten Handbibliotheken mit dichten Regalreihen und großzügigen zweigeschossigen Loggia-Situationen eine spannungsvoll-kontrastierende Raumwirkung zu erzeugen, die zum Verweilen in der neuen Hochschulbibliothek verleitet und damit das intensive Literaturstudium und das wissenschaftliche Arbeiten auf ideale Weise fördert.

Letzteres wohl nur, wenn man Mathematik oder Informatik schmökert. Ansonsten Geseire vom Feinsten :peinlich: - gelernt ist halt gelernt.

Darüber hinaus: Danke für die bildlichen Eindrücke, Gangster of Love!

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Berlin hat nach dem Krieg kaum große Architektur hervorgebracht, aber es ist eine große Stadt geworden. Die Stadt hat über die Architektur gesiegt.
(Wolf-Jobst Siedler)


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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 17. Nov 2009 23:11 
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Gangster of Love? Du musst mich mit jemanden verwechseln. Dass der neue Mediencampus vor wenigen Tagen den Leipziger Architekturpreis gewonnen hat, habe ich geflissentlich weggelassen. Aber deiner Recherche entgeht nix.

Weil hier die Urbanität Leipzigs diskutiert wurde, mal ein paar unkommentierte Bilder, die verdeutlichen, was gemeint ist (auch wenn's hier wieder die Touri-Trampelpfade sind). Dass man diesbezüglich zuweilen etwas überschwenglich formuliert, ist wohl der Tatsasche geschuldet, dass Leipzig vor der Wende grau in grau war und dort einfach nüschts los war. Und jetzt ist richtig Leben in der Bude, und alles ist bunt und schön. Aber seht selbst...

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PS. Und wenn Youngie ein paar Pics aus Fr-Landwasser in seiner Galerie präsentiert, stelle ich hier auch ein paar aus L-Grünau ein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 18. Nov 2009 11:02 
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spacecowboy hat geschrieben:
PS. Und wenn Youngie ein paar Pics aus Fr-Landwasser in seiner Galerie präsentiert, stelle ich hier auch ein paar aus L-Grünau ein.

Naja, Weingarten war ja schon zu sehen - das kommt auf's Gleiche raus. Aber darum ging es im Kern ja nicht - ich denke, das weißt Du. Ich kenne Grünau und wegen mir mußt Du's nicht einstellen. Ansonsten danke für die neuen - sehr stimmungsvollen - Bilder.

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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 21. Nov 2009 09:51 
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L-Grünau kann man, wie wahrscheinlich die meisten ostdeutschen Plattenbaugebieten, schlecht mit westdeutschen Trabantenstädten vergleichen, weder in städtebaulicher, noch in sozialer Hinsicht. Der Stadtteil ist geprägt durch Rückbau (fast alle 16-Geschosser dürften inzwischen abgerissen sein), "Durchgrünung", Überalterung, Wegzug und es gibt kaum Ausländer. Das hat zur Folge, dass Grünau kein sozialer, sondern, wenn man es so bezeichnen möchte, ein demographischer Brennpunkt ist. Im städtischen Vergleich haben die Menschen in Grünau mehr Geld in der Tasche als der Leipziger Durchschnitt (logisch, weil Rentner im Osten derzeit noch die höchsten Einkommen erzielen), die Kriminalitätsrate liegt ebenso leicht unter dem Leipziger Durchschnitt und auch das Straßenbild erscheint gepflegter als mancherorts in Leipzig.

Zudem wurde Grünau, genau wie Paunsdorf, dem zweiten großen Plattenbaugebiet in Leipzig, draußen auf der grünen Wiese gebaut. Somit tangiert es die Leipziger Stadtlandschaft nur sehr marginal. In Leipzig erreicht man alle besuchenswerte Orte (mit Ausnahme des Kulkwitzer Sees) auf direktem Wege, ohne auch nur einen Fuß nach Grünau setzen zu müssen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 21. Nov 2009 09:56 
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Also mir brauchst Du das nicht erklären, ist alles bekannt. In Leipzig liegen die Plattenviertel zum Glück deutlich "geschickter" als in Dresden.
So schlimm ist es in WG und LW aber auch nicht - da gibt es in Westdeutschland ganz andere Ghettos.

PS: "Kommt auf's Gleiche raus" war auf Landwasser bezogen, nicht auf Grünau.

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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 21. Nov 2009 14:53 
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Die Betrachtung deiner Straßenniveau-Fotos macht immer wieder Freude, Spacey. Mag solche Bilder besonders gerne. Und Leipzig hat da ja wirklich viel zu bieten. Mehr noch als alle anderen deutschen Städte dieser Größenordnung.

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"Der Edle ist mit seinen Pflichten vertraut; der Gemeine sieht nur seinen eigenen Vorteil." - Konfuzius
Wer glaubt, dass ein Bauleiter einen Bau leitet, der glaubt auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet! ;')


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 Betreff des Beitrags: Re: Impressionen aus Leipzig
BeitragVerfasst: 22. Nov 2009 15:50 
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In der Tat erstaunt mich immer, dass alle Straßenräume so sauber, hochwertig und funkelnagelneu sind (nicht nur in Leipzig) im Osten. Da ist ja richtig Geld geflossen. Neulich war ich in Bonn, da kann man sehen, dass es wohl schon länger kein Geld mehr dafür gab. Bei uns im Norden sowieso nicht - wird mit dem neuen Bauminister ja jetzt noch schlimmer...

Jedenfalls ziemlich schick alles, ein paar Bäume mehr an den Straßen würd ich noch als Verbesserung vorschlagen.


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