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 Betreff des Beitrags: Re: Dresden
BeitragVerfasst: 8. Feb 2010 14:35 
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Zitat:
Leider weist die derzeitige Entwicklung eindeutig den Weg in's Mittelmaß -


nix da, Mittelmäßigkeit, das wäre zu euphemisch. Letztklassigkeit ist der richtige Ausdruck - in welchem anderen Stadtzentrum, Wü und N abgesehen, wird denn heute so mies gebaut? Schau dir mal Leipzig oder Chemnitz an!

Zitat:
Die Liebe der Dresdner zu ihrer schönen Stadt scheint somit in's Unermessliche gewachsen zu sein


ist aber nicht auch tw ein gewisser Hass gegenüber dem NM festzustellen? Ist dieser eine Dummkopp, der meinte, der NM sei nichts für die eigentlichen DD und den die SZ unbedingt glaubte, zitieren zu müssen, denn so ein Einzelfall?


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 Betreff des Beitrags: Re: Dresden
BeitragVerfasst: 8. Feb 2010 14:52 
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ursus carpaticus hat geschrieben:
Einzelfall?
Sicherlich nicht, das hört man immer wieder. "Auf dem Neumarkt sind nur Touris" / "Die Dresdner meiden den Neumarkt" / "Keine Geschäfte für Dresdner Bürger auf dem Neumarkt" usw. Auch in dieser Hinsicht zeigt sich wieder die Ablehnung jeglicher "Einmischung von außen". Die Dresdner haben nun mal gerne die Oberhand in ihrem kleinen Königreich und fühlen sich unter ihresgleichen wohl am wohlsten. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Dresden
BeitragVerfasst: 8. Feb 2010 15:29 
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Zitat:
Ist dieser eine Dummkopp, der meinte, der NM sei nichts für die eigentlichen DD und den die SZ unbedingt glaubte, zitieren zu müssen, denn so ein Einzelfall?


Natürlich kein Einzelfall, jedoch sitzt der typische Dräschdner in seiner Platte öähhmm Neubou in der Altstadt ohne Altstadt und liest sö gern die Sexische Zäudung.

Der Leserbrief ist leider sehr repräsentativ für das Dresdner SZ Leserklientel. Das dürfte auch der Grund für sein Abdrucken sein. Die Dresdner haben mit dem Neumarkt eben mehr bekommen als sie verdienen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dresden
BeitragVerfasst: 8. Feb 2010 17:25 
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Aber mit einer rot-grünen oder rot-roten Stadtregierung hätten wir dort statt der originalgetreu rekonstruierten Frauenkirche eine Gedächtniskirche Zwo herumstehen und die Sache mit dem historischen Neumarkt hätte sich von vorn herein erledigt...


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 Betreff des Beitrags: Re: Dresden
BeitragVerfasst: 8. Feb 2010 18:12 
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Kannst du denn Begründungen für deine Thesen liefern?

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 Betreff des Beitrags: Re: Dresden
BeitragVerfasst: 8. Feb 2010 18:49 
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Die Zeitungsartikel der 90er Jahre habe ich nicht aufgehoben, aber ich kann mich gut erinnern, daß die Linken lieber Sozialwohnungen und Kindergärten bauen und die Ruine als Mahnmal belassen wollten. Dann gab es Pläne für einen Wiederaufbau, wo die Ruinenstümpfe mit Glas vom Neubau abgesetzt bleiben, um die Brüche der Geschichte sichtbar zu erhalten. Die Kuppel hätte in diesem Fall natürlich schon wegen der Statik aus Beton sein müssen und der Innenraum zwangsläufig modern ausgestaltet.
In der damaligen Bürgerinitiative für den Wiederaufbau der Frauenkirche waren fast durchweg Christdemokraten. Leute wie Biedenkopf und Lothar Späth haben die Großsponsoren mobilisiert, während taz und ND Geschichtsrevisionismus und vermeintliche Geldverschwendung kritisierten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dresden
BeitragVerfasst: 8. Feb 2010 18:59 
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Meiner Meiung nach ist es nicht sonderlich zielführend, die frühen 90'er mit den späten 00'er Jahren gleichzusetzen. Damals hatte man in Dresden sicherlich andere Sorgen, als über "Stadtbildkosmetik" nachzudenken. Es waren Krankenhäuser, Straßen, Wohungen und Schulen zu sanieren und es galt ebensolche Gebäude auch völlig neu zu schaffen. So gesehen ging es in erster Linie um eine Befriedigung der Grundbedürfnisse, aus der auch oftmals die Ablehnung des Wiederaufbaus der Frauenkirche resultierte.
In meinen Augen ging es damals eher am Rande um den Neumarkt. Heute sehe ich die Fronten anders als du sie vielleicht sehen würdest. Mit der CDU sind wir bisher jedenfalls nicht sonderlich gut gefahren.

Die Frage um die Art des Wiederaufbaus der Frauenkirche sehe ich weniger ideologisch motiviert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dresden
BeitragVerfasst: 8. Feb 2010 20:23 
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bilderbuch hat geschrieben:
Mit der CDU sind wir bisher jedenfalls nicht sonderlich gut gefahren.

Daß Oppositionspolitiker sich den Vorschlägen von Bürgerinitiativen oftmals zugänglicher zeigen, liegt vielleicht nur daran, daß sie Oppositionspolitiker sind.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dresden
BeitragVerfasst: 8. Feb 2010 23:57 
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Die dreisten Machenschaften der letzten zehn Jahre CDU relativieren zu wollen, muß kläglich scheitern. Dieser Partei ist die jahrelange absolute Macht dermaßen zu Kopf gestiegen, daß momentan beinahe jede Partei eine Alternative wäre. Aber warum gerade das nächste Extrem hervorkramen, gutester Miwori? Ich kenne da noch ein paar andere Parteien, die sich in der Vergangenheit tatsächlich für unsere Sache eingesetzt haben! So z-Bsp. die Bürgerfraktion oder die FDP. Aber auch die SPD und die Grünen waren ab und an konstruktiv mit dabei. Mir wäre ja momentan selbst die Linke noch lieber als diese selbstherrliche Mehrheitsmacht, die tagaus tagein offensiv ihre Arroganz feiert. Nicht nur die Inhalte dieser Partei sind für Dresden destruktiv, sondern auch ein einigermaßen respektvolles Miteinander ist mit ihr nicht möglich. Schade, daß Du das nach so vielen Jahren immer noch nicht erkannt hast, aber da bist Du in Dresden ja in guter Gesellschaft. Vielleicht fragst Du mal bei der GHND nach, was die so von der CDU halten...


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 Betreff des Beitrags: Re: Dresden
BeitragVerfasst: 9. Feb 2010 00:25 
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Wann bitte hatte die CDU während der letzten 10 Jahre eine Mehrheit?
Richtig - Nie!
Erst vor zwei Wochen wurde sie wieder überstimmt, als auf Antrag der FDP der Dresdner Stadtrat mit den Stimmen von FDP, Grünen, Linken, NPD sowie einem Vertreter der Bürgerfraktion gegen die Stimmen von CDU und der Mehrheit der Bürgerfraktion bei Stimmenthaltung der SPD die rückwirkende Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung beschloß!

Das Problem ist, daß manche hier bei der Beurteilung der Stadtpolitik und des Dresdner Wählers übersehen, daß so eine Stadt aus mehr besteht als aus den 10 Hektar rund um die Frauenkirche.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dresden
BeitragVerfasst: 9. Feb 2010 10:23 
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Zitat:
Das Problem ist, daß manche hier bei der Beurteilung der Stadtpolitik und des Dresdner Wählers übersehen, daß so eine Stadt aus mehr besteht als aus den 10 Hektar rund um die Frauenkirche.


Die zehn Hektar nehmen in diesem Forum aber eine recht große Rolle ein, wie du vielleicht festgestellt haben mag. Aber das hat Gründe, die man nur am Rest der Stadtentwicklung erkennen kann.
Abgesehen davon braucht man sich nur ein wenig mit dem Programm der CDU zu beschäftigen, um sich ein Bild von dieser Truppe machen zu können. Und dann spielen eben nicht mehr nur die "zehn Hektar" eine entscheidende Rolle. Ein Partei, die sich für den 4-spurigen Ausbau von Durchgangsstraßen mitten durch intakte Gründerzeitviertel einsetzt, die Zersiedlung mittels immer neuer Einfamilienhausstandorte fördert, Einkaufsmöglichkeiten an nichtintegrierten Standorten befürwortet und den Welterbetitel für eine billige Tourismusplakette hält, bezieht doch deutlich Stellung was ihre Position gegenüber der Stadtentwicklung anbelangt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dresden
BeitragVerfasst: 9. Feb 2010 13:54 
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Zitat:
bilderbuch schrieb: Ein Partei, die sich für den 4-spurigen Ausbau von Durchgangsstraßen mitten durch intakte Gründerzeitviertel einsetzt, die Zersiedlung mittels immer neuer Einfamilienhausstandorte fördert, Einkaufsmöglichkeiten an nichtintegrierten Standorten befürwortet und den Welterbetitel für eine billige Tourismusplakette hält, bezieht doch deutlich Stellung was ihre Position gegenüber der Stadtentwicklung anbelangt.

Mich beschleicht das böse Gefühl, dass diese Partei sich genau für die Punkte einsetzt, die auch einem nicht unerheblichen Teil der Dresdner Bevölkerung wichtig scheinen. Die nach Aberkennung des Welterbetitels gesendeten Interviews sprachen Bände: 'die Unesco schert sich doch nicht um unsere Infrastruktur', 'dieser Titel behindert eher die Stadtentwicklung, als dass er sie fördert', 'die Touristen kommen trotzdem in unsere schöne Stadt' - solche und ähnliche Statements überwogen leider die kritischen Stimmen. Die internationale Werbewirksamkeit des Titels wurde schlichtweg nicht erkannt. Stattdessen verweist man weiter stolz auf den ach so schönen Zwinger und die grandiose Frauenkirche. Dies ruft mir einen Spiegel-Artikel von Günter Blobel über die Zerstörung der Stadt in Erinnerung. Dort schreibt er unter Anderem: "Das unsäglich hässliche Dresden entstand, die "sozialistische Großstadt" mit öden und überdimensionierten Plätzen und den viel zu breiten Straßen, gesäumt von phantasielosen Plattenbauten. Die von den Kommunisten wiederaufgebauten historischen Bauwerke wie der Zwinger, die Hofkirche und die Semperoper wirkten in diesem Milieu fast grotesk." (Spiegel Special 1/2003, S.17). Genau dies scheinen viele Dresdner nicht wahrhaben zu wollen: ihre Stadt war vor der Zerstörung eben mehr als eine Ansammlung von herausragenden Einzelbauten - sie war ein Gesamtkunstwerk. Mit jeder neuen Schachtel, jeder landschaftszerstörenden Brücke und jeder vierspurigen Straße schwinden die Chancen, wenigstens einen Teil des alten Gesamtkunstwerks zu erhalten oder zurückzugewinnen.


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